{Rezension} Corpus Delicti - Ein Prozess von Juli Zehn

Freitag, 19. Mai 2017

Corpus Delicti als Taschenbuch




Corpus Delicti - Ein Prozess
Autor: Juli Zeh
Verlag: btb
Seitenanzahl: 263
ISBN: 9783442740666 
Reihe: -
Rezensionsexemplar: -
Dt. Erstausgabe: 08/2010
Preis: 9,99€

Jung, attraktiv, begabt und unabhängig: Das ist Mia Holl, eine Frau von dreißig Jahren, die sich vor einem Schwurgericht verantworten muss. Zur Last gelegt wird ihr ein Zuviel an Liebe (zu ihrem Bruder), ein Zuviel an Verstand (sie denkt naturwissenschaftlich) und ein Übermaß an geistiger Unabhängigkeit. In einer Gesellschaft, in der die Sorge um den Körper alle geistigen Werte verdrängt hat, reicht dies aus, um als gefährliches Subjekt eingestuft zu werden. 

Stellt Euch vor Ihr würdet in einer Gesellschaft leben in der Gesundheit das höchste Wohl ist. Unvorstellbar für uns, oder? Denn allein schon dieser Drang immer gesund zu sein und ein gesundes Leben zu führen um auch der Gesellschaft nicht zu schaden macht einen doch auch wieder krank. Juli Zeh hat in ihrem Roman genau so eine Gesellschaft erschaffen und somit ein Buch, welches in der Schule diskutiert wird. 
In "Corpus Delicti" begleiten wir Mia Holl, welche noch immer nicht über den Tod ihres Bruders hinweggekommen ist, welcher wegen Mordes angeklagt wurde und sich dann erhängte. Sie ist noch immer überzeugt davon, dass ihr Bruder Moritz unschuldig ist, während alle anderen ihn verurteilen. Sie beginnt selbst ihre gesundheitlichen Formulare abzugeben und wird deshalb vor Gericht geladen und so beginnt der Prozess.
Ich empfand es als wirklich sehr interessant diesen Roman zu lesen, weil es etwas von einem dystopischen Krimi hatte. Man hat versucht einen Fall aufzuklären, während man in einer Gesundheitsdiktatur lebte. Juli Zeh hat ihr Buch auch wirklich gut geschrieben und auch die Rückblenden nicht immer chronologisch eingebaut, sodass sie besser zur eigentlichen Handlung passten. 
Sie hat verschiedene Personen erschaffen, die alle auf ihre eigene Art besonders waren und über die man getrost hätte noch mehr schreiben können. weil jede Geschichte es verdient hätte, erzählt zu werden. Und das Zusammenspiel der Personen war einfach stimmig, sodass man es flüssig in einem Rutsch lesen konnte. 
Was mir auch sehr gut gefallen hat, war, dass dieses Buch auch gut ohne eine Liebesgeschichte funktioniert hat, weil man einfach auch nicht überall eine hineinquetschen kann. 
Doch nun kommen wir zu meinem Großen ABER und dieses werde ich auch nicht mit in die Wertung hinein nehmen. Lest dieses Buch wirklich alleine und für euch und am besten nicht in der Schule. Wir behandeln das Buch nun schon seit gut einem Monat und zerreißen es förmlich. Bei meiner Lehrerin hat jedes einzelne Wort, jeder Buchstabe eine Bedeutung und langsam beginne ich dieses Buch zu hassen und dabei fand ich es eigentlich wirklich gut. Und ich bin auch der Meinung, dass Lehrer uns und vor allem den NICHT lesenden Bücher schmackhaft machen sollen, aber so vergrault man diese ja nur noch mehr. 
Und dann haben wir uns ein Interview mit Juli Zeh angesehen in dem die Autorin leider auch sehr unsympathisch herüberkam und irgendwie hat auch das alles kaputtgemacht.
Also kann ich Euch wirklich nur raten dieses Buch einfach zu lesen und es nicht in seine einzelnen Worte zu zerreißen um herauszufinden, warum die Autorin nun ein "Es" statt einem "Das" genutzt hat. 
Wenn wir mal meine schulische Kritik an dem Buch weglassen, hat mir das Buch sehr gut gefallen, aber ich werde es leider in den nächsten Jahren nicht mehr anrühren können. Euch anderen spreche ich aber eine Leseempfehlung aus. 


 











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